Das Wort Salutogenese kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Entstehung der Gesundheit“. In die Medizin wurde dieser Begriff von Antonovsky eingeführt. Salutogenese bildet den Gegenpart zur Pathogenese, der Erklärung der Entstehung von Krankheiten.
Antonovsky kam zu der Erkenntnis, dass der Einzelne selbst, also der Mensch, wesentlich zu seiner Gesundwerdung beitragen kann.
Salutogenese bedeutet Selbstbestimmung, Persönlichkeitsentfaltung und das Gefühl der Selbstwirksamkeit.
Während in der Medizin Therapie häufig die Behandlung von Symptomen bedeutet, so wendet sich die Salutogenese dem Patienten in einem ganzheitlichen Ansatz zu. Nicht einzelne Symptome, sondern der gesamte Mensch wird behandelt. Ein weiteres wichtiges Merkmal des Salutogenese - Konzeptes ist, dass dem Betroffenen selbst Kompetenz und die entscheidenden Kräfte zugesprochen werden, die zu seiner Gesundung beitragen.
Antonovsky schuf den Begriff des „Kohärenzgefühles“. Dies bedeutet, dass der einzelne Patient in dem sicheren Vertrauen lebt, dass er auf ein Leben und damit auch seine Gesundheit entscheidenden Einfluss hat und den inneren und äußeren Einflüssen begegnen kann. Hierzu gehört zunächst, dass äußere Einflüsse erfahrbar, erfassbar und erklärbar sind. Ein weiteres wichtiges Element ist, dass dem Betroffenen Ressourcen zur Verfügung stehen, die ihm eine Antwort auf die äußeren Einflüsse ermöglichen. Daraus resultiert, dass es sich für den einzelnen lohnt, sich den Herausforderungen der Umwelt mit Anstrengung und Engagement zu stellen.
Versteht man Gesundheit nicht als Abwesenheit von Krankheit, sondern als Anwesenheit von Lebensqualität, so ergeben sich insbesondere in der Medizin neue Denkansätze. Salutogenese gibt als Modell hiermit dem Patienten eigene Kompetenz an seiner Gesundwerdung, seiner Therapie mitzuwirken.
Kohärenz entwickelt sich aus drei Elementen:
- der Fähigkeit, die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen
- der Überzeugung, das eigene Leben gestalten zu können
- dem Glauben, dass das Leben einen Sinn hat
Im Konzept der Salutogenese enthalten sind Schritte, die den Körper und die Seele befähigen, mit Erkrankungen selber fertig zu werden. Hierdurch liegt der Fokus weniger auf der symptomatischen Therapie, z. B. durch Tabletten und andere Medikamente als vielmehr auf unterschiedlichsten Maßnahmen, die Selbstheilungskräfte fördern. Hierzu gehören als wesentliche Elemente Ernährung, Bewegung, psychosoziale Kompetenz.
Neben der innerlichen Bereitschaft zu Eigenkompetenz und Eigenwirksamkeit erfordert Salutogenese, dass der einzelne in seinem sozialen Umfeld gesehen wird. Wesentlichen Einfluss haben neben der diagnostizierten Erkrankung auch die Lebensverhältnisse des Patienten. Nur unter Einbeziehung der bisherigen Lebensgeschichte und Berücksichtigung des Lebensumfeldes und seiner Perspektiven ist es möglich, den Einzelnen im Rahmen eines salutogenetischen Konzeptes zu betreuen.
Salutogenese trägt ganz entscheidend zur Lebensqualität bei. |